Ep. 10 „Transit“ von Anna Seghers
Shownotes
Was ist ein antifaschistischer Roman? Im Werk von Anna Seghers nimmt „Transit" eine besondere Stellung ein. Der Exilroman spielt während des Zweiten Weltkriegs und erzählt die Geschichte eines namenlosen deutschen Flüchtlings in Frankreich. Seghers schrieb den Text 1942 im mexikanischen Exil. Er erschien 1944 zunächst auf Englisch und Spanisch, die deutsche Ausgabe folgte 1948. Der Roman wurde vielfach für das Theater adaptiert und von anderen Schriftstellerinnen und Schriftstellern aufgegriffen. Zuletzt kam 2018 die gleichnamige Verfilmung mit Franz Rogowski in der Hauptrolle in die Kinos.
In dieser Folge spreche ich mit der Publizistin und Philosophin Günseli Yilmaz über die Kunst des antifaschistischen Schreibens bei Anna Seghers. Wie erzählt man den Alltag von Flucht und Verfolgung als Geschichte des Widerstands? Ist Identität eine Herrschaftskategorie der Bürokratie? Welche Rolle spielen die Komödien Shakespeares für den strukturellen Rollentausch des Erzählers? Und warum flieht er am Ende doch nicht nach Mexiko?
Das Projekt wird ausschließlich mit Eigenmitteln bestritten, auch um dem bürgerlichen Kommerz ein klassenbewusstes Kulturverständnis von unten entgegenzusetzen. Es lebt von eurer Unterstützung und Solidarität. Teilt und kommentiert die Episode und folgt dem Instagram-Kanal: @klasseliteratur
Wenn ihr das Projekt mit ein paar Euros unterstützen wollt, findet ihr hier einen Spendenlink via Paypal
Anfragen per Mail an: klasseliteratur@web.de
Transkript anzeigen
00:00:04: Hallo und herzlich willkommen bei Klasse Literatur, dem Literatur-Podcast mit Klassenperspektive.
00:00:17: Mein Name ist Mesut Bayraktar und in dieser Folge geht es um einen der bedeutsamsten Romane der antifaschistischen Exiliteratur des zwanzigsten Jahrhunderts – nämlich um Transit von Anna Segers.
00:00:29: Zu Gast habe ich Gönseli Ilmas!
00:00:34: Günseli, bevor wir unseren Talk starten lasst mich dich erst mal unseren Zuhörerinnen vorstellen.
00:00:41: Günselie ist neunzehntundseixundneinzig geboren und promoviert aktuell im Fach Philosophie zum Thema Frauenfrage in Maxismus.
00:00:49: dabei konzentriert sie sich auf den Natur- und Menschbegriff und das Verhältnis zwischen Natur und Mensch im Maxismus.
00:00:57: Seit vielen Jahren ist sie in der politischen Bildungsarbeit tätig.
00:01:00: Sie leitet Schulungen und Workshops, hält im deutschsprachigen Raum Vorträge zu Marxismus, Feminismus und Antirassismus.
00:01:07: Außerdem schreibt sie gelenklich für die Tageszeitung Junge Welt – so habe ich dich übrigens kennengelernt durch ein Text von dir zur Frauenfrage – Zehn Gespräche über Maxismus, die ihr auf Soundcloud und Spotify jederzeit nachhören könnt.
00:01:25: Und tut das mal!
00:01:26: Es lohnt sich.
00:01:29: Günzele ich möchte erstmal das Buch vorstellen und ein bisschen was zum Thema sagen um so mal abzustecken wo wir uns bewegen werden in den nächsten eineinhalb Stunden.
00:01:40: Im Werk von Anna Segers hat Transit tatsächlich auch einen sehr besonderen Platz.
00:01:46: Der Roman besticht vor allem erstmal mit seiner originellen Struktur und zuweilen auch plauderhaften Lachsensprache, sodass man denken könnte der Textstamme nicht von Anna Segers.
00:01:58: Doch gerade hier zeichnet sich das tiefe menschliche Empathie vermögen und der proletarische Humanismus von Segers aus dass ihre Figuren Ebenso lebendig und verwundbar, ebenso heiter widersprüchlich.
00:02:09: Aber auch düster sind ohne dass die Sehnsucht auf ein besseres Leben vollends elischt.
00:02:15: Transit ist ein Exil-Roman von Anna Sägers der während des Zweiten Weltkriegs spielt Und die Geschichte eines namenlosen deutschen Flüchtlings in Frankreich erzählt.
00:02:24: über ihn werden wir heute ganz viel sprechen.
00:02:27: Als Buch erschien es tatsächlich erst auf Englischer und Spanischer Sprache.
00:02:34: Und dann, in den letzten Jahren war es erst auf Deutsch.
00:02:38: Der Roman bleibt heute aktuell, weil er allgemein von den Erfahrungen von Flüchtlingen und Flucht, dem Verlust von Heimat, der Macht staatlicher Bürokratie und der Bedeutung von Menschlichkeit handelt.
00:02:50: So haftet dem Buch etwas... Ja, zeitloses an.
00:02:54: Was sich auch darin niederschlägt, dass der Stoff vielfach und immer wieder im Theater adaptiert wird oder von anderen Autoren verarbeitet wird oder dieser Stoff sie inspiriert.
00:03:04: Zuletzt erschien in den letzten Jahren ein Kinofilm mit dem gleichen Namen vom Regisseur Christian Petzold, mit dem – meiner Ansicht nach wunderbaren Schauspieler Franz Rogowski in der Hauptrolle.
00:03:16: aber soviel erst mal vorweg Günseli, lass uns doch erst einmal das Buch einordnen und schauen welche Zeitgeschichtlichen aber auch eigenen Motive in deinen Text eingegangen sind.
00:03:27: Dafür ist es immer hilfreich erstmal zusammenzufassen worum es im Transit eigentlich geht.
00:03:33: Ja danke für die schöne Einleitung!
00:03:37: Ich habe sie dann nicht geschafft den Film zu sehen obwohl ich ihn eigentlich sehen wollte bevor wir aufnehmen.
00:03:42: Ich hab's aber noch fest vor und bin auch sehr gespannt wie die Adaption ist.
00:03:48: Ich werde ein bisschen was als Einleitung dazu sagen, worum es geht.
00:03:55: Aber ich habe auch eine kleine Textstelle mitgebracht wie du gleich hören wirst.
00:04:01: und zwar geht das in Transit darum dass wir als Leserin sehr nah bei einem Ich-Erzähler sind und ihn begleiten auf seiner Flucht aus einer französischen Arbeitslager nachdem er einige Jahre zuvor aus einem deutschen KZ getürmt war.
00:04:19: Im französischen Lager, in dem er untergebracht ist, zu dem Zeitpunkt als das Buch einsteigt, herrscht eine große Verwirrung in diesem Arbeitslager weil die Deutschen immer näher kommen und niemand genau weiß was dann mit dem Lager und seinen Insassen passieren soll.
00:04:38: Segers beschreibt die Angst von den Deutschen und die Ungewissheit wie folgt Da habe ich eben eine kleine Textstelle mitgebracht, weil ich das sehr eindrücklich fand wie sie das schreibt.
00:04:49: Und zwar... Ich zitiere Schließlich hat alles auch sein Ende, die Deutschen näherten sich.
00:04:58: Was galten jetzt noch?
00:04:59: Die ausgestandenen Schrecken und Leiden Der Untergang der Weltstand bevor Morgen heute Nacht sofort.
00:05:06: Denn etwas Ähnliches glaubten wir alle sei die Ankunft der Deutschen.
00:05:10: In unserem Lager begann ein Hexentanz.
00:05:13: Manche weinten manche beteten mancher versuchte sich das Leben zu nehmen manchen gelang es Manche beschlossen sich aus dem Staub zu machen Aus dem Staup vor dem jüngsten Gericht.
00:05:26: Zitat Ende.
00:05:27: Ja, ich finde sie beschreibt es sehr eindrücklich.
00:05:30: oder wir begleiten auch den Leser bei diesem Tumult kurz vor der Flucht und die Entscheidung ist dann dass der Kommandant ihnen relativ wohl gesonnen ist und sagt er würde nicht allzu sehr nach schießen wenn Sie über die Mauer klettern.
00:05:47: also klettern sie und ein also eher ein paar andere in Sassen und fliehen Richtung Paris.
00:05:54: In Paris tritt er dann zufällig auf einen alten Bekannten, der mit ihm im KZ war.
00:05:59: Einen Schriftsteller namens Paul, der ihn um einen Gefallen bittet.
00:06:03: Es geht dann ziemlich Schlag auf Schlag.
00:06:05: Er soll ein Brief einem Schriftstellerkollegen und Dichter Weidel überbringen, den ihm Weidels Frau mitgegeben hatte.
00:06:14: Es gelingt dem Erzähler tatsächlich auch noch in Paris Weidel's Wohnort ausfindig zu machen Und als er sich dann im Hotel nach ihm erkundigt, erzählt die Hotelpatronen trocken das Weidel sich umgebracht habe und ihr dadurch große Unannehmlichkeiten beschert haben.
00:06:30: Sie sagt auch kurz vorher dass sie, dass ihr die Nazis lieber seien als die Roten weil die ihr weniger im Check-Heft rumtun oder so?
00:06:40: Also man merkt es ja auf jeden Fall auch eine Reaktionäre ist und den Nazis eben nicht ganz abgeneigt zu sein scheint.
00:06:47: Diese Menschenfeindlichkeit drückt sich auch eben daran aus, dass sie sich über diese Suizid eigentlich nur beschwert.
00:06:53: Und dann sich auch darüber beschwert, dass die einen befreundeten Polizisten darum bitten musste, die Sache zu regeln und nur so auf diese Weise den Toten loswerden konnte aus ihrem Hotel.
00:07:06: Unser Erzähler bleibt jetzt mit diesem Brief in diesen Foyer und diskutiert mit ihr was er mit dem Brief machen soll und entschließt sich dann dazu eben diesen Brief Paul zurückzugeben.
00:07:21: Und bevor er das Hotel aber verlassen kann, sagt die Patrone ne bleibt mal hier.
00:07:27: ich habe noch sowas von Weidel nimm das doch mit von deinem Freund den du gesucht hast und zwar ein Handkoffer und sie drängt ihn auch ziemlich dazu den mitzunehmen.
00:07:38: und der Erzähler ist dann überfordert aber denkt sich dann okay dann gebe auch Paul mit, der kann es dann der Frau übergeben als letzter Sachen ihres verstorbenen Mannes.
00:07:49: Und so mit diesem Plan geht er dann los und sucht dann Paul an einem Treffpunkt wo er dachte, er würde ihn dort treffen können und sie hatten auch vereinbart sich dort nochmal kurz zu sehen.
00:08:00: aber Paul ist schon über alle Berge und nicht mehr auffindbar und aus diesem Grund bleibt er dann mit diesem Koffer.
00:08:07: erst mal in Paris öffnet er den Koffer und findet ein unfertiges Manuskript.
00:08:14: Und die Papiere des Totendichters.
00:08:18: Später entschließt er sich, dann Identität des Toten anzunehmen weil er durch einen Missverständnis mit einem Konsul, mit dem man diskutiert für Weidel gehalten wird.
00:08:28: also er wird einfach missverständlicherweise in eine andere Identitätszugordnete von diesem Konsul die er aber auch annimmt weil seinen Status nicht so gut ist als eben KZ geflohener usw.. Ja und dann ist es so, dass er auch denkt okay ich muss auch weg aus Paris weil er überall schon auch die Hakenkreuz sieht.
00:08:50: Die Nazis sind schon angekommen und treiben auch in Paris ihr Unwesen und deswegen sagt er ok ich gehe jetzt auch nach Südfrankreich.
00:08:58: Er hat auch Bekannte in Paris, die ihm empfehlen nach Südt Frankreich zu gehen dort andere bekannte Verwandte von ihm zu treffen und zwar in Richtung Marseille der Nähe von Marseilles.
00:09:10: Anders als die meisten Geflüchteten, die zu diesem Zeitpunkt nach Marseille wollen um sich von dort nach Übersee zu retten und endgültig der Nazipest zu entkommen möchte er dort bei Verwandten unterkommen und sich eigentlich niederlassen.
00:09:24: Der längste Teil des Romans spielt dann auch nach dieser ersten turbulenten Anfangsphase in Marseilles wo sehr wenig passiert und wo er hauptsächlich mit dem bürokratischen Wahnsinn eines Gefluchteten konfrontiert ist.
00:09:40: Das Problem nämlich bei der ganzen Sache ist mit dem, dass er eigentlich bleiben möchte und sesshaft werden will.
00:09:44: Dort ist das eigentlich dort nur bleiben kann wenn er ein Visum und einen Transit besitzt also das heißt wenn klar ist, dass ihr trotzdem bald abreißt.
00:09:54: Und ein Transit und es auch der Titel des Buches ist eben eine Durchreisevisum was erlaubt dass man einem Land bleiben kann weil man in diesem land nur vorübergehend ist zur durchreise.
00:10:09: Also tingelt er von Consulat zu Konsulat und erlebt dort die absurdesten Dinge.
00:10:16: Obwohl er ja eigentlich bleiben möchte, muss er diesen ganzen bürokratischen Quatsch mitmachen und verliebt sich dann in dieser Zeit im Marseille wo sonst nicht so viel passiert, in Die Frau eines Arztes und freundet sich mit dem Paar an und verbringt dann mit diesen beiden Leuten sehr viel Zeit.
00:10:34: Und diese Frau ist ihm schon vorher aufgefallen, bevor er den Arzt kannte.
00:10:39: Weil sie ihn sehr fasziniert hat, weil sie auf der Suche zu sein scheint.
00:10:44: Nach irgendjemandem oder irgendwas und dieses Suchen dabei beobachtet er sie und findet sich total toll.
00:10:52: Dann stellt sich heraus dass die eigentlich die Frau von Weidel ist und tatsächlich nach Weidl sucht und halt eben dieser jemand die Identität des Toten ist, nach der sie sucht und die er eben angenommen hat.
00:11:09: Was dann ein sehr lustiger Twist ist in diesem ganzen Zusammenhang.
00:11:13: Und auch sehr absurd weil er natürlich nicht weiß wer damit umgehen soll mit dieser neuen Information und das auch erst relativ spät bemerkt dass es tatsächlich weidel ist also seine Identität nach der Sie sucht.
00:11:26: Also den natürlich nicht nur nach der Identität sondern dem Mann, der dahinter steckt.
00:11:31: Und sie hat sich diesem Arzt angeschlossen, als es mit ihm zusammengekommen.
00:11:37: Eigentlich nur aus Verzweiflung weil sie gehofft hat im Süden dann ihren Mann zu finden.
00:11:42: Weil der in Paris nicht mehr auffindbar war für Sie, weil er eben nicht auf einen bestimmten Brief Geantwortet hatte den sie ihm zukommen lassen wollte.
00:11:52: Ja und am Ende ist es dann so dass die Sie sehr überzeugt ist, dass ihr Mann dort in der Nähe sein muss weil sie von den Konsulaten und den Konsulen dort erfährt.
00:12:07: Dass ihr Mann ständig da wäre und sich um seine Papiere kümmern würde.
00:12:12: also diese buchratischen Spuren die der Icherzähler hinterlässt sind das Indiz für sie der Beweis Das der man ihr Mann noch lebt.
00:12:22: Deswegen glaubt sie dann dem ich erzähle auch nicht als er sagt Ja der ist tot Ich weiß es, bin mir sehr sicher.
00:12:30: Du kannst mir glauben und sagt so ja das stimmt nicht.
00:12:34: ich habe andere Informationen aus einer höheren Instanz auch weil die Bürokratie auch dann über allem steht und sagt ja dass sie nicht davon überzeugt ist und bleibt dabei ihn weiterhin suchen zu müssen oder zu rollen.
00:12:52: Und so ist es dann auch, dass sie sich dann entscheidet ein Schiff zu nehmen.
00:12:57: Weil sie gehört hat das er doch fährt weil eben der Erzähler irgendwann gezwungen ist eine Entscheidung zu treffen und dann doch mit dem Gedanken spielt Marcel und im Süd Frankreich zu verlassen und sein Glück doch ganz woanders suchen.
00:13:12: und das veranlasst die dann dazu dem Arzt zu folgen der sowieso die ganze Zeit schon das schiff nehmen wollte.
00:13:21: So endet dann das Buch, dass der Erzähler sich im letzten Moment dagegen entscheidet und Marie und ihr Arzt auf dem Schiff sind.
00:13:29: Deine Zusammenfassung zeigt vor allem eines – und das spiegelt sich auch in meiner Leseerfahrung wieder diese kolossale soziale Verflochtenheit von Figuren, dieses Gemengenlage, dieses Gewusel, dieses Milieus von Geflüchteten die aus unterschiedlichsten Motiven, aus unterschiedlichen Kreisen und auch aus unterschiedliche sozialen Zusammenhängen irgendwie in dieser großen Hafenstadt Marseille zusammenkommen.
00:13:56: Ich würde am liebsten jetzt schon einsteigen in die Geschichte aber lass uns nochmal so ein bisschen den Kontext gezieren.
00:14:03: also der Roman steht ja im ideellen und historischen Kontext der internationalen antifaschistischen Schriftsteller Bewegung und greift die auch zentrale Anliegen dieser beiden Schriftstellerkongresse zur Verteidigung der Kultur literarisch auf, also nämlich der Kongresse in Paris, ... als auch das Kongresse ist in Valencia-Madrid-Paris, ... der Grund für dieses Weiterziehen des Zweiten Kongresses hat schlichtweg damit zu tun dass die Franko-Faschisten in Spanien so sehr im vormarsch waren immer weiterziehen mussten und letztlich dann doch wieder in Paris gelandet sind.
00:14:44: Günzele, kannst du mehr oder weniger die Entstehung und die Forderungen der Schriftsteller Kongresse skizzieren?
00:14:52: Und vielleicht noch ein paar Worte dazu verlieren was denn Anna Seegers Rolle- und Beitrag in diesem Zusammenhang war?
00:15:00: Ja ich habe bei meiner Recherche für diese Folge einen Beitrag vom WDR gefunden wo so ein bisschen auch noch mal gezeigt wurde, wer dort anwesend war.
00:15:12: Was für Fraktionen waren da?
00:15:13: und natürlich ist es ein bisschen mit Vorsicht zu genießen was man so ja auch von bögerlicher Seite davon mitbekommt.
00:15:23: aber ich fand schon sehr interessant überhaupt mal den Rahmen zu verstehen.
00:15:27: Und das ist eben so gewesen dass beim Schriftstellerkongress zur Verteidigung der Kultur im Juni-Ninzehnt-Fünfunddreißig so hieß Der Kongress als Ganzer Titel In Paris sich Zweihntfünfzig Schriftstellerinnen aus der ganzen Welt getroffen haben, um sich gegen die faschistische Bewegung zu formieren.
00:15:48: Der von der Sowjetischen KP organisierte und initiierte Kongress hatte das politische Ziel eine Volksfront gegen den Faschismus zu formiren und auch die Künstlerin dazu zu agitieren und motivieren, sich da in einem Netzwerk zusammenzufinden.
00:16:03: Aus diesem Grund waren, aber auch weil es eben eine Volksfrontidee dahinter steckte und auch als Strategie formuliert war.
00:16:11: Nicht nur kommunistische und sozialistische Schriftstellerinnen sondern auch bürgerlich-humanistische, anarchistische linksliberale und ähnliche also eigentlich alle die sich grob gegen den Faschismus einigen konnten.
00:16:27: Trotzdem oder gerade deswegen, weil so viele unterschiedliche Fraktionen da anwesend waren kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen unterschiedlichen Fraktionen und Personen.
00:16:39: Man stritt sich also um politische, aber auch um ästhetische die eben so politisch sind.
00:16:45: Die Fragen die eben ja genau also ebenso politischer als auch ästhetische fragen die wobei ich eben diese Trennung zwischen Politik und Ästhetik eben auch nicht machen würde als Maxisten und diesen Maxisten dort ebenso wenig.
00:17:01: Beispielsweise gab es eine sehr große Auseinandersetzung zwischen den Surrealisten und den sozialistischen Realisten.
00:17:09: Und es gab wohl auch eine händische Auseinnahsitzung, also es wurde sich wohl auch geprügelt.
00:17:14: irgendwann, wie ich dort erfahren habe in diesem Zeitzeugnis Ja!
00:17:22: Es wurde teilweise viel gestritten, teilweise auch sehr wenig gestriten weil man schon Ja, viel erreicht hat.
00:17:30: man hat viel diskutiert.
00:17:31: Man hat sich viel auch geeinigt auch über Fragen der Strategie.
00:17:35: Hat man diskutiert?
00:17:37: Man hat über den Zweck des Kongresses noch mal gestritten und man hat auch die Aufgaben und die Hindernisse, die jetzt bevorstehen diskutiert.
00:17:48: und ja es waren über dreitausend Teilnehmerinnen da Und sie fanden das natürlich super dass sich da so gefetzt wurde und haben sehr gerne da eben beigewohnt und den die Bruder eingerannt.
00:18:05: Tatsächlich ist es aber so, dass die meisten Reden- und Diskussionen zwar schriftlich überliefert sind, aber sehr wenig in dieser Zeit des Faschismus darüber geredet wurde.
00:18:17: zum Beispiel haben die meisten wie auch Bertolt Brecht erst nach dem Ende des Faschismus, also nach fünfundvierzig darüber geschrieben.
00:18:25: Was sich auch sehr interessant finde, weil sie sich anscheinend auch darüber im Klaren waren das möglichst Tandesien zu halten obwohl es ja eigentlich ein öffentlicher Kongress war.
00:18:34: und sie haben aber natürlich auch Angst vor den Faschwismus und auch von Faschessten bisschen sich selbst hinsiert in dem Moment.
00:18:45: Eine Rede, die sehr wichtig war für den Kongress, war die von Bertolt Brecht, den ich gerade schon erwähnt habe.
00:18:53: Weil er als einziger so komplett ausgesprochen hat, worum es eigentlich geht – nämlich den Zusammenhang zwischen der kapitalistischen Produktionsweise, den Eigentumsverhältnissen und der Entstehung des Faschismus Und hat da eine sehr treffende Analyse geliefert, die ja so ein bisschen auch im Raum verhalte.
00:19:11: Weil sich eben die bürgerlich-humanistischen Teilnehmer des Kongresses angegriffen gefühlt haben und die ja auch angegriffene werden sollten.
00:19:20: Später schrieb er dazu was ich auch sehr interessant fand Zitat ist es sehr schwer Es ist sehr schwer, ein vernünftiges Wort zu sprechen.
00:19:29: Wenn um jeden Preis die Kultur gerettet werden
00:19:31: soll.".
00:19:33: Find ich sehr treffend auch in seiner üblichen Manie mit einem Augenzwinkern aber auch sehr treffen.
00:19:42: zutreffend formuliert finde ich dass es eben um mehr geht als nur um Kultur und er sich darüber im Klaren war, aber den Eindruck hatte das es vielen Teilnehmerinnen nicht so klar war.
00:19:58: Und Anna Seegesser habe ich auch noch ein Zitat gefunden.
00:20:01: Ich zitiere mit aller Wucht und Intensität die der historische Augenblick von uns erfordert versucht eine jede einzelne Sprachgruppe in diesem Saal die chinesische Mauer der Sprache zu rammen die sie umgibt.
00:20:14: Das klingt ein bisschen versündlicher als was wir jetzt vom Recht gehört haben Aber es geht in eine ähnliche Richtung.
00:20:20: Sie ist sich darüber im Klaren, dass es Zensur gibt, dass man was machen muss und fordert alle dazu auf etwas zu tun.
00:20:27: Ja also was dieser Schubstellerkongress vor allem auch zeigt ist das... Und das ist was sehr Besonderes, dass in der Regel nicht in diesem Milieu anzutreffen ist nämlich, dass kollektive Verantwortungsbewusstsein sich jetzt angesichts der Entwicklungen und des Vormarsches, des Faschismus auch politisch zu wertzusetzen und politisch organisieren statt sich nur mit seinen Manuskripten oder seiner Kunst zu beschäftigen.
00:20:54: Und das hat natürlich dann auch ästhetische Konsequenzen gehabt.
00:20:58: also du hast zum Beispiel ja den Brecht erwähnt es ist ein herausragender Text und einen Vortrag den er da gebracht hat eben weil er sagt naja liebe Kolleginnen es reicht nicht aus dass Elend nur zu beschreiben Denn das Gefühl ist rar, man empört sich schnell.
00:21:15: Man ist schnell wütend.
00:21:17: aber auch das unterliegt gewissermaße einer einer Verbrauchslogik, was wenn man die Wut so sehr hervorgerufen hat als Künstler bis sie verpufft.
00:21:29: Was folgt darauf?
00:21:30: Und da fordert er quasi von seinen Kollegen Wenn wir das Elend, wenn wir die Gewalt beschreiben dürfen wir nicht schweigen über die Eigentumsordnung aus der diese Barbarei hervorgeht.
00:21:40: und Das müssen wir in unserer Kunst unseren Büchern was auch immer halt mit zum Thema machen und unter dem Gesichtspunkt, und das ist ein sehr raffinierter Schachzug von ihm signalisierte hey ohne eine postkapitalistischen Horizont wird auch die Kultur untergehen.
00:21:58: Und da reicht es nicht aus, die Ideale hochzuhalten, die so hoch gar nicht sind eben weil sie nicht selten auch das Trittbrett der entsprechenden Reaktionären, Konterrevolutionären aber auch faschistischen Ideologen sind wie zum Beispiel denke an die konservative Revolution.
00:22:14: Denk an den Untergang des Abendlandes von Ostwald.
00:22:16: Denke als Ärzte Jünger.
00:22:17: das sind ja auch alles große Kulturestätten wenn man so möchte.
00:22:21: und ich will nur noch einmal den Schärfen auf den Unterschied zwischen dem ersten und zweiten Kongress.
00:22:29: Ich finde, der erste Kongress war ja vor allen Dingen auch unter dem Titel Verteidigung der Freiheit von Kunst und Kultur.
00:22:37: Ein gemeinsames widersprüchliches Manifest gegen... den Nationalsozialismus gegen den Faschismus.
00:22:45: Der zweite Kongress wird entsprechend konkreter, nämlich im Kontext des Kriegs in Spanien also zwischen den Franko-Fascisten und den Republikanern die von den Kommunisten, Sozialisten und Anarchisten getragen und unterstützt wird zu sagen okay das ist sowas wie ein Vorspiel eines viel umfassenderen Krieges und hier müssen wir ganz klar Position beziehen auf der Seite Man muss es ja tatsächlich immer sagen, das vergisst man gerne der auch mehrheitlich gewählten spanischen Republik.
00:23:17: Die sind nicht irgendwie durch den Putsch oder so an die Macht gekommen!
00:23:20: Die wurden gewählt, sie sind dreißig wenn ich mich nicht irre aber dem Militärjunter und die Faschisten hatten keine Lust diese verfassungsmäßige Legitimation anzuerkennen worauf Gewalt gegen Gewalt folgt.
00:23:32: also Und plötzlich wird's da konkret, aber auch die Reihen sind da etwas dünner gewesen.
00:23:37: Weil ja viele dann nach dem ersten Kongress schon ins Exil gehen ne?
00:23:43: Günzele lasst mich noch zwei Worte sagen zu Volksfrontpolitik, da das nicht jede Person selbstverständlich ist weil ich glaube man wird diese Art von Literatur von Anna Segers Aber auch die Schriftstellerkongresse nur vor dem Hintergrund verstehen dieser Volksfrontpolitik, die ja eine Strategie kommunistischer Parteien ab Mitte der neunzelner dreißiger Jahre war um eben dem Faschismus entgegenzutreten.
00:24:06: Und in aller Kürze ist quasi das hauptsächliche Merkmal davon dass halt Kommunisten mit sozialdemokraten liberalen und anderen demokratischen Kräften zusammenarbeiten wollen und auch gearbeitet haben obwohl sie politisch unterschiedliche Ziele hatten Aber das gemeinsame Ziel war es, durch ein breites Bündnis die Demokratie und die entsprechenden Freiheitsrechte zu verteidigen und faschistische Bewegungen zu stoppen.
00:24:34: Ein gutes Beispiel lässt sich verfolgen bei der Entwicklung von Thomas Mann oder seinem Bruder Heinrichmann, die ja dann auch einen großen Beitrag dazu geleistet haben Gerade der Thomas Mann-Bürgerlicher blieb, aber doch antifaschist war.
00:24:52: in dem Sinne zu sagen meine Klasse wird historisch untergehen.
00:24:55: Aber heute geht es um Anna Segers und nicht um Thomas Mann!
00:24:59: Und deswegen noch konkreter zu werden um Transit.
00:25:03: Günzele, bevor wir in dieses Buch einsteigen vielleicht noch zwei drei Worte zu der Autorin selbst also den Titel Transit bezeichnet.
00:25:10: wie du ja sagst ist die Durchreise in ein anderes Land aber auch so einen existenziellen Zwischen Stand zwischen Heimat und Fremde, Leben und Tod.
00:25:19: Also man ist quasi dieser Zustand wird oder dieser Durchgangsmoment wird selbst zu einem Zustand der Unmöglichkeit.
00:25:30: Man will von A nach B und dazwischen ist man irgendwie gefangen.
00:25:33: Und Seger schrieb diesen Rumania selbst als Flüchtling Denn auch sie floh über den Hafen von Marseille vor den deutschen Faschisten.
00:25:41: Kannst du noch die Engagement und wichtige Stationen, Etappen auf der Flucht und im Exil umreißen?
00:25:51: Ich bin zwar keine Biografie-Expertin von Anna Segers.
00:25:55: Aber ich habe ein paar Stichpunkte für unsere Lektüre vom Transit.
00:26:00: auch wichtig sind wie ich finde, aufgenommen.
00:26:05: Das erste, was sehr wichtig ist und was wir feststellen können, ist dass sie bereits, nach ihrer ersten Veröffentlichung aufstand der Fische an St.
00:26:15: Barbara, worüber ihr auch schon eine Folge gemacht habt oder gehört habt, die ich sehr gut fand – also hier auch eine Empfehlung, die nochmal zu hören für diejenigen, die es noch nicht getan haben.
00:26:26: ist sie in die KPD eingetreten, also schon im Jahr nineteen achtundzwanzig.
00:26:30: Neunzehndrein dreißig ist sie dann aufgrund der Machtergreifung der Faschisten über die Schweiz ins Parisexil geflohen und engagierte sich dort im Schutzverband deutscher Schriftsteller in der internationalen Schriftstellervereinigung.
00:26:47: Unter anderem auch in der Organisation dieser Kongresse, aber auch im Schutz für bedrohte Schrittellerinnen und versuchen die Sachen trotzdem weiter zu veröffentlichen von jüdischen Kolleginnen usw.
00:27:02: Von dort fließt sie durch den Einfall der Nazis in Paris nach Marseille und wartet eben so wie unser Erzähler auf eine Ausreiseerlaubnis, in ihrem Fall nach Mexiko.
00:27:16: Und beginnt auch aus diesen Eindrücken heraus den Romanentransit zu schreiben.
00:27:22: Und im mexikanischen Exil als er dann später dort ankommt ist sie weiterhin politisch aktiv der ja dann auch in Hollywood verfilmt wurde, was sich sehr spannend finde und zwar schon im Jahr nineteen vierundvierzig.
00:27:41: Wir waren tatsächlich letztens – das wollte ich erzählen – auf einer Veranstaltung vom Zentrum Southeicum die diesen Film in der Kuppel der neuen Synagoge in Berlin gezeigt haben.
00:27:54: Und im Anschluss daran gab es eine Podiumsdiskussion mit Jenny Erpenbeck Und sie hat dort auch erzählt, dass dieses Buch im US-amerikanischen Militärverlag veröffentlicht wurde.
00:28:08: Also das zippte Kreuz von Anna Segas und den US Soldaten als handliche Lektüre in die Tasche gelegt wurde, als sie gegen die Deutschen in den Krieg zogen.
00:28:18: Und zwar auch als antifaschistische Erziehungsmaßnahme und auch als Bildungsmaße.
00:28:23: Das finde ich doch schon sehr... Interessant auch, dass eben diese frühe Hollywood-Verfilmung da durchgezogen wurde.
00:28:32: Und das ist auch... Dass es verfilmt wurde finde ich sehr interessant und wir haben tatsächlich diesen Film dann dort gesehen in dieser schönen Kuppel.
00:28:42: Es war natürlich erstmal eine super Location aber auch Der Inhalt des Firmes war sehr interessant, weil es natürlich ein bisschen unpolitischer war als das Buch selbst.
00:28:55: Und zwar wurden ganz klar die kommunistischen Elemente ausgespart und es gab so eine Art schwellenden Antifaschismus der schon transparent gemacht wurde.
00:29:05: aber so die richtige politische Gesinnung der einzelnen Figuren wie es im Buch eben ist wurde ein bisschen vernachlässigt.
00:29:17: Hollywood-Kitsch, romantische Szenen zwischen Protagonistinnen und so.
00:29:23: Aber ansonsten war es doch viel dabei wo man einer Sigars Handschrift auf jeden Fall rauslesen konnte was sehr politisch war und eben auch überzeugend antifaschistisch.
00:29:38: Ja, das letzte genannte Beispiel von dir zeigt ja auch einmal mehr im historischen Kontext wie sehr dann doch die Volksfrontpolitische Ausrichtung zu diesen Möglichkeiten und zu diesem Durchschlägen dann halt geführt hat.
00:29:53: Günzele, lass uns doch in den Romanen einsteigen!
00:29:57: Wir haben immer wieder von dem Erzähler gesprochen der erklärter Maßen Die Hauptfigur ist und der, auch das finde ich ungewöhnlich eigentlich im Ufre von Segers eine Ich-Erzählung entfaltet.
00:30:11: Von je nach Ausgabe über drehundert Seiten.
00:30:15: also in gewisser Weise haben wir es auch die ganze Zeit mit einem Monolog zu tun und die ganze zeit auch aus Sicht dieses Erzählers.
00:30:22: alles was passiert alles was gesagt wird alle Begegnungen die beschrieben werden gehen immer quasi durch diesen Erzähler hindurch und werden in seinem Verhältnis zu den zu den Gegebenheiten beschrieben.
00:30:39: Und ich möchte an einer, ich möchte direkt eine Stelle lesen um einfach mal einen Eindruck zu vermitteln vor allen Dingen von dem Anfang also wie wir ihm begegnen.
00:30:48: da heißt es nämlich Wir waren damals schon alle erschöpft.
00:30:53: meine Freunde schämten sich auch für ihr Land.
00:30:57: steht man, wenn man gesund und jung ist rasch wieder auf.
00:31:00: Aber verrat das lehmt!
00:31:03: Wir gestanden uns in der folgenden Nacht, dass wir Heimweh nach Paris hatten – da war ein harter furchtbarer Feind vor unseren Augen gewesen kaum zu ertragen wie wir damals geglaubt hatten.
00:31:13: Jetzt aber glaubten wir, dass dieser sichtbare Feind besser gewesen war als das unsichtbare fast geheimnisvolle Übel diese Gerüchte, diese Bestechungen dieser
00:31:25: Schwindel.".
00:31:26: Alles war auf der Flucht, alles war nur vorübergehend.
00:31:29: Aber wir wussten noch nicht ob dieser Zustand bis morgen dauern würde oder noch ein paar Wochen oder Jahre oder gar unser ganzes Leben.
00:31:39: Ja im Nachhinein also Postfestum weiß man Der deutsche Faschismus wurde besiegt.
00:31:48: Aber wenn man in dieser Situation steckt, ist das ja eine ganz andere Dimension von Gewalt und existenzieller Bedrohung.
00:31:56: Und diese Zeilen machen das durchaus sichtbar, dieses Unbehagen.
00:32:01: Gynseli du hast schon das ein oder andere zum Erzähler gesagt um uns ihm etwas zu nähern?
00:32:08: Vielleicht könntest du noch ausführen was wir so von ihm erfahren.
00:32:11: und vor allen Dingen warum isst er auf der Flucht?
00:32:15: Was bewegt ihn?
00:32:15: Was treibt ihn da sehr?
00:32:17: Ich hatte ja bereits am Anfang ein Kurs erzählt, dass er zunächst im Jahre und dann in Frankreich in Gefangenschaft gerät und in einem Arbeitslager geknachtet wird.
00:32:32: Wir wissen aber weder seinen Namen, sein Alter
00:32:36: usw.,
00:32:37: das wissen wir alles nicht!
00:32:38: Wir wissen auch nicht warum er ins KZ gesteckt wurde.
00:32:42: Wir erfahren nur später, dass es nicht aufgrund von Parzail-Zugehörigkeit geschehen
00:32:46: ist.".
00:32:47: Also das stellt er irgendwann mal aus vor Paul, seinem Schriftstellerfreund mit dem er auch im KZ war.
00:32:54: Wir wissen auch nicht wie er in die französische Gefangenschaft gerät.
00:32:58: Wir erfahren nur dass er aus dem französischen Lager fliehen möchte weil er durch den drohenden Einmarsch der Deutschen befürchtet in ihre Hände zu geraten und ermordet zu werden.
00:33:09: Und das möchte er natürlich auf keinen Fall.
00:33:12: und er möchte auch sicherstellen weit genug von ihnen weg ist, dass er auch nicht irgendwann später in ihre Hände gerät.
00:33:20: Also das ist auf jeden Fall... Diese Dringlichkeit macht er uns klar.
00:33:24: Ansonsten so vom der Art und Weise wie Anna Segers in seinem Sinne schreibt wirkt er sehr abgeklärt Und ist geplagt von einer lebenden Langeweile, vor allem dann auch in Paris.
00:33:38: Die er sehr oft ausstellt also die ersten Seiten.
00:33:41: wenn man anfängt das Buch zu lesen heißt es oft so ja ich will euch nicht langweilen und wir werden sehr oft auch angesprochen als Leserin was sehr interessantes auch finde wie ich finde und es so ein bisschen abgeklärt.
00:33:56: aber es liegt schon auch daran dass der schon so scheint, dass er viel gesehen hat.
00:34:02: Viel erlebt hat und das ja einfach dem Krieg und seiner Realität also dem Elend mit dem er tagtäglich konfrontiert ist der Tragik und den vielen Toten überdrüssig geworden zu sein scheint.
00:34:16: Und das kann man irgendwie verstehen auch wenn es für uns jetzt als Leserin erstmal absurd ist, das so zu lesen.
00:34:22: Weil wir das vielleicht kalt finden oder salopp oder unempartisch vielleicht auch.
00:34:28: Ich finde, illustriert es sehr gut, dass diese Erzählperson einfach sehr überdrüstig ist und einfach nur seine Ruhe haben will.
00:34:38: Und das ist erst mal, finde ich im Angesicht dessen was wir am Rande nur erfahren, was dieser Person alles erlebt haben muss mehr als nachvollziehbar, wie ich finde.
00:34:49: Und deswegen kommt auch so eine Sehnsucht, die immer wieder stellenweise aufkommt nach einer Art eben Alltag und ihn fasziniert auch Alltags-Szenen.
00:34:58: also auf seiner Flucht durch Frankreich begegnet ihm immer wieder so arbeitende Bauern, so Einheimische, die halt ihren Alltag nachgehen.
00:35:08: Das faszinhiert ihn total weil er das Gegenteil gerade durchmacht nämlich auf der Flucht ist.
00:35:16: Ja, fast schon normale Alltagsszenen.
00:35:19: Trotz Krieg und Schrecken, den er trotzdem begegnet auf seiner Flucht, die faszinieren ihn ... Und die erden ihn auch ein bisschen.
00:35:28: Ich finde ja, dass er vor allen Dingen ist kein Intellektueller.
00:35:33: Er isst kein Intellekteller!
00:35:35: Und will einfach überleben.
00:35:37: Ist ein stinknormaler Typ der überleben will mit dieser doch interessanten Eigenschaft, auf die du hinweist eine gewisse Lebensklugheit und Schleuhe zu haben.
00:35:48: Also der weiß schon auch, wie man Gefahren entkommt.
00:35:52: beziehungsweise hat er sich die Techniken angeeignet, sich Gefahren irgendwie zu entwinden.
00:35:57: aber mehr als das erfahren wir nicht.
00:35:59: und wer zum Beispiel mal im antirassistischen kontextpolitische Arbeit gemacht hat mit geflüchteten Menschen gesprochen hat sich mit ihnen mal auseinandergesetzt und vor allen Dingen ihre Geschichten mal gehört hat kriegt vor allem immer zu hören ja also eigentlich will ich Eine Arbeit, eine Wohnung und Ruhe.
00:36:18: Ich will einfach mal meine Ruhe haben.
00:36:20: Und gerade diese Eigenschaften findet man tatsächlich in dem Erzähler wieder.
00:36:25: Er will eigentlich seine Ruhe habe und er ist jetzt nicht jemand wo man sagt okay der ist weltabgewandt so wie bestimmten keine Ahnung.
00:36:34: hat das nicht so ein bisschen sich ausgedacht wie ein philosophisches System zu sagen, okay ich wende mich dem Welt meinen Rücken zu.
00:36:41: Sondern er will einfach aus praktischen Gründen sagen hey ich habe keinen Bock auf den Scheiß ihr geht mir total offen und sagt ich will eigentlich nur überleben!
00:36:49: Und warum macht ihr uns das Leben so schwer?
00:36:52: Das ist ja etwas auf einer menschlichen alltäglichen Ebene was sehr empathisch ist.
00:37:00: Was man ja nicht ignorieren kann.
00:37:03: Ohne das Überleben funktioniert nichts, alles weiterer nicht.
00:37:06: und dann kommt diese Situation mit diesem Schriftsteller.
00:37:09: Du hast es schon erwähnt, Günselin, den Schriftstellern Weidel und seine Papiere.
00:37:15: Und die ermöglichen dem Erzähler eine Entwicklung, eine Chance plötzlich ein anderer zu werden.
00:37:24: Bevor wir vielleicht dazu übergehen was er wird Wer ist eigentlich Weidel und wie entwickelt sich dann der Erzähler in dieser verzwickten Situation?
00:37:37: Es wird ein bisschen verwirrend jetzt, weil Weidel auch nur ein Pseudonym ist für Seidler.
00:37:43: Und das ist auch ein guter Twist, finde ich den Segers hier eingebaut hat.
00:37:48: Aber eben Weidel als Weidel der nicht so heißt eigentlich ist Dichter und Schriftsteller, der in das Visier des deutschen Gerätweller politisch eindeutig über den Bürgerkrieg in Spanien schreibt.
00:38:01: Aus diesem Grund wird er ins Exil gezwungen wo er dann auf eine Nachricht seiner Frau wartet mit der gemeinsam weiterfliehen möchte.
00:38:09: Als er nichts von ihr hört wie er glaubt erscheint ihm alles sinnlos und er suicidiert sich.
00:38:16: Das Maniskript, das der Erzähler von Weidel kennt und gelesen hat fällt dem Erzählern politisch aber nicht auf.
00:38:23: also es gab anscheinend eine politische Schrift die in dem Weidel eben zum Verhängnis geworden ist.
00:38:28: Aber dass was eben in diesem Handkoffer zu finden ist ist nicht so politisch.
00:38:33: Es gibt sogar einen kurzen Moment als der Echerzähler denkt ich könnte das eigentlich selber fertig schreiben und würde dann auch diesen Tod noch mal auf eine andere Ebene heben.
00:38:45: Und will halt sozusagen Frieden auch dem Weidels schenken, indem er sich da irgendwie kurz verpflichtet fühlt, das Manuskript zu vervollständigen und es eben in Weidel's Namen zu veröffentlichen als aber merkt dass überhaupt nicht schreiben kann was ich auch eine sehr gute Stelle finde lässt das halt bleiben.
00:39:06: stattdessen übernimmt er eben dann später in der Geschichte durch dieses Missverständnis mit dem Konsul, die Identität von Weidel und profitiert von seinen einflussreichen internationalen Schriftstellerkontakten.
00:39:18: Und ich finde das ist auch nochmal wichtig herauszustellen auch weil wir jetzt über den Schriftstellerkongress gesprochen haben.
00:39:23: also es gibt anscheinend irgendeinen Netzwerk was dafür sorgt dass bedrohte Schriftstellen wie Weidel nach Übersee fliehen können oder zumindest gute Kontakte in die Botschaften haben usw.
00:39:38: Als er dann in der US-amerikanischen Botschaft vorgeladen wird, als Weidel um seine Visumgespräche zu führen und seinen Visumsgesuch geprüft werden soll, gerät er aufgrund der politische Schrift von Weidel die ich eben erwähnte über den Spanischen Bürgerkrieg in Erklärungsnot.
00:39:58: Und er ärgert sich auch über die kommunistischen Umtriebe des Verstorbenen für die er sich jetzt hat in Vertretung vor dem Konsulrecht fertigen muss!
00:40:08: Diese neue Identität steht als Weidel, aber auch diese Verliebtheit führen beim Erzähler zu einigen charakterlichen Veränderungen.
00:40:16: Also wir haben ihn ja erst kennengelernt als irgendwie überdrüssig gelangweilten fast schon abgeklärten normalen Typen so der überleben will und deswegen halt allerhand Sachen macht.
00:40:30: Aber als dann eben diese Frau in sein Leben tritt also Marie Und auch durch die neue Entwicklung dass er sich mit weil er auch mehr und mehr identifizieren kann.
00:40:40: Und identifiziert muss, um authentisch weide sein zu können vor den ganzen Konsulen.
00:40:48: Ja wirkt er so ein bisschen aufgeweckter leidenschaftlicher und sieht wieder einen Sinn in seinem Leben Und diese Sinnsuche begleitet ihn ja das halbe Buch eigentlich.
00:40:59: Und dann sagt er, mein Sinn ist jetzt schon immer noch sesshaft zu werden aber mit einer Frau und Liebe usw.
00:41:05: Also es kommt so eine neue Schönheit in sein Leben.
00:41:09: Und Marie wird auch als diese Schönheit beschrieben von ihm.
00:41:12: Es ist wohl eine sehr schöne Frau, eine sehr angenehme Frau, ein sehr interessante Frau... ...und all das kommt dann zusammen und dieser neue Sinn seines Lebens Ja, belebt ihn eigentlich nochmal neu.
00:41:27: Und was auch finde ich sehr wichtig ist noch mal um das klarzumachen dass er eine Charakterentwicklung durchmacht ist, dass er dann auch müde wird vor den Deutschen zu fliehen und eben dieses Niederlassen in Frankreich oder mit Marie irgendwo egal wo so stark wird dieses Bedürfnis sogar gegen die Deutschen kämpfen würde und sich den stellen würde, einfach nur um anzukommen.
00:41:54: Um leben zu können und lieben zu können.
00:41:56: Und eben endlich zur Ruhe zu kommen.
00:41:58: Ja weißt du?
00:41:59: An dem Erzähler fragte ich mich oft ist das Exil eine Möglichkeit sich zu verwandeln?
00:42:05: oder naja eine Konfrontation die zur Selbstfindung zwingt weil man im Alltag vor sich selbst flieht?
00:42:12: Und trock passiert alles im Alltag.
00:42:14: Ich hatte das oft an diese Situation erinnert des Schauspielers, der auf die Bühne geht und sich in Rollen einhüllt, in denen er dann fast schon so eine Offenbarung erlebt.
00:42:26: Also ich habe immer wieder mit SchauspieleInnen zu tun in unterschiedlichen Kontexten.
00:42:30: Es ist immer die gemeinsame Erfahrung zu sagen Ja!
00:42:34: In der Rolle bin ich ich selbst was ja völlig gaga klingt, weil das ist ja völlig widersprüchlich.
00:42:41: Du bist in der Rolle Hamlet oder sowas aber du bist ja nicht du als jetzt Gynseli, weil ich dich gerade sehe.
00:42:47: Aber was denkst du da rüber auf dieser Ebene?
00:42:52: Ist es eine Art von versteckte Botschaft oder so etwas von Segas?
00:43:00: Oder ist zu viel interpretiert?
00:43:02: also wie siehst du das an der Stelle?
00:43:04: Also ich hatte den Eindruck, dass sie diese Entscheidung ihnen so unbestimmt zu lassen als Erzähler.
00:43:11: Schon bewusst als eine Botschaft.
00:43:14: du sagst schon gedacht hat und zwar das Sie damit ausdrücken will, dass wir das alle sein könnten.
00:43:21: also Wir können uns damit identifizieren.
00:43:24: Es ist naheliegend weil der Krieg auch diesen Effekt hat alle Menschen auf so eine bestimmte Art zu entwerten und dadurch auch gleichzumachen in ihrer Entwertung.
00:43:34: Wir werden alle zu Geflüchteten, wir werden alle namenlose bürokratische Prozesse die irgendwelche in irgendwelchen Konsulaten tingeln.
00:43:43: Wir werde alle eben wertlos da Menschen und Menschen leben an sich wertlos werden.
00:43:49: Und ich finde auch, dass der Krieg und darüber wird zu wenig gesprochen.
00:43:53: Ich finde die Sinnlosigkeit der eigenen Existenz mit der wir sowieso konfrontiert sind durch unsere Sterblichkeit.
00:43:58: aber dadurch das die Sterblichkeit dann so stark wird auf die Spitze getrieben wird also Der Krieg eben nicht mehr sehr unmittelbar wird und eben in diesem Kugel hagel Nichts mehr sind eigentlich als Mensch.
00:44:14: Es interessiert nicht mehr, wer wir vorher waren oder wer wir sein wollten sondern im Überlebenssinn in diesem letzten Moment menschlichen Existenz sind wir halt alle gleich.
00:44:26: und wenn wir eben fliehen wegrennen vor den Waffen und dem Tod der uns überall umgibt miteinander finden auf diese absurdeste Art und Weise dann gibt es keinen Unterschied mehr.
00:44:38: Und ja das ist schon etwas was Ich finde, was da sehr rauskommt und deswegen auch dieses generische an diesem Erzähler eben schon eine bewusste Entscheidung gewesen sein muss.
00:44:50: Und alles das uns eigentlich ausmacht – auch alles was den Erzählern eigentlich aus macht verschwindet hinter diesem Überlebenssinn und den atemweisenden Überlebenschrottigien die er dafür wählt, dieses blanke Überleben zu sichern.
00:45:08: Und ich denke, deswegen ist es für sie auch nicht erwähnenswert, warum der Erzähler im KZ war und für Sie aber doch noch wichtig zu sagen.
00:45:16: Es ist keine Partezugehörigkeit gewesen.
00:45:20: Dass wir so wenig für mögliche Assoziationen auch zu ihm haben, eliminiert sogar die wenigen Informationen, die wir über ihn haben könnten oder Assoziationen, in denen sie das dann in anderen Gesprächen... mit Paul und anderen noch mal ausräumt, dass es kein politischer Grund war warum er eingesperrt wurde.
00:45:42: Klar ist das so.
00:45:43: wie du sagst man ist im Exil auf der Flucht mit sich selbst konfrontiert weil man immer auch noch und gerade in der Not viele Entscheidungen treffen muss.
00:45:52: Man muss auch entscheiden wo will ich leben?
00:45:54: Wo kann ich hinfliehen?
00:45:56: Wo fange ich neu an?
00:45:57: Kann ich überhaupt neu anfangen oder hänge ich noch am Alten?
00:46:01: Und da, finde ich, wird dann auch Marie so eine wichtige Figur für diesen Roman.
00:46:05: Weil sie hängt eben noch am Alten nämlich an diesem Mann und türkert sehr lange mit dem Arzt nach Übersee abzureisen obwohl es ja genau in derselben Situation ist dass ihr eigentlich fliehen muss und fliehn möchte.
00:46:19: Ja also wirklich wie soll ich sagen tolle Beobachtung.
00:46:23: das wird mir unter so nochmal viel klarer Wie sehr in der Form in der Struktur der Erzählung die Sowohl die Grausamkeit des faschistischen Gewalt zum Thema plötzlich wird, was du gerade beschrieben hast als auch aber umgekehrt das aus dieser Unbestimmtheit der Figur heraus auch eine Universalität hervorgeht.
00:46:49: Die dieses Buch so stark macht... Ja Du hast Marie Weidel ja schon jetzt angeführt, Gynseli wartet auf ihren Mann, ohne zu wissen dass er tot ist.
00:47:02: Und dann ist der Erzähler da, der verliebt sich in sie, verschweigt die aber das er die Identität von Weidel übernimmt und Weidel eigentlich tot ist.
00:47:10: also eigentlich sagt er ihr das?
00:47:12: Aber durch seine Umtriebe in der Stadt sieht will Marie ihm nicht glauben, denn hey wenn ich davon höre dass der Weidel da irgendwie in der Stadt das ein oder andere macht und Leute ihn gesehen haben sollen oder zumindest mitbekommen haben, dass er da irgendwas tut.
00:47:28: Da muss er doch leben.
00:47:29: auch das vielleicht nochmal mit Blick auf deine Ausführungen zuletzt wie sehr dann auch Anna Seegers darauf, Pol zu sagen es kommt nicht immer drauf an was du bist oder wer du bist sondern darauf was du tust und was die Folgen deines Handeln sind.
00:47:45: Aber egal das ist mal jetzt so.
00:47:47: kurz gesagt aber lass uns mal auf Marie ein bisschen konzentrieren.
00:47:51: kannst Du an der Stelle mal kurz Marie vorstellen?
00:47:55: Das hast Du ohnehin schon getan.
00:47:57: aber auch mit Blick darauf wie sich ihre Beziehung zum Erzähler entwickelt.
00:48:04: Ja, also es ist ja so das der Erzähler eigentlich am Anfang nicht weiß dass Marie nach Weidel sucht und als er später erahnt Ist er sich nicht sicher ob was ihr sagen soll und zögert weil er darauf hofft dass sie sich vorher eh in ihn verliebt So dass sie die Nachricht dann in seinem Sinne annimmt wenn das ihr dann später sagt nachdem Sie sich verliebte hat.
00:48:26: Und sich dann sowieso für ihn entscheidet.
00:48:29: Als er aber merkt dass Marie selbst für den Arzt, ihren Mann nicht vergessen kann.
00:48:36: Und dieser Arzt wird als sehr toller Mensch beschrieben und hat auch eine besondere Strahlkraft auf alle Figuren die ihm begegnen, auch oft ein Erzähler.
00:48:47: und dann merkte er okay wenn sie noch nicht mal vom Arzt und seiner Präsenz überzeugt werden kann, sich in ihn zu verlieben und ihren Mann zu vergessen.
00:48:55: Dann werde ich das auch nicht
00:48:56: schaffen.".
00:48:57: Und deswegen entschliesst er sich dazu, Marie gegenüber ehrlich zu sein und eben das zu erzählen, dass sie sicher weiß, dass eben der Mann nicht mehr lebt ihr Mann nichtmehr lebt weil sie ihnen ja ... Weil er ja von der Hotelpatronen das aus zweiter Hand erfahren hat, dass genau dieser Mann eben sich solicitiert hat.
00:49:17: Sie glaubt ihm aber nichts, das hatte ich ja schon gesagt.
00:49:20: Weil eben durch diese bürokratischen Spuren die der Erzähler hinterlässt, weil sie noch am Leben zu sein scheint für sie zumindest und sie ist auch so davon überzeugt dass sie dann auf dieses gleiche Schiff geht indem sie glaubt auch ihren Mann wiederzutreffen Aber sie denkt, dass dort die Begegnung dann sein wird und ihnen dort finden wird.
00:49:43: Weil der Erzähler eben im Konsulat sagt er geht jetzt doch
00:49:47: usw.,
00:49:47: also diese Verstreckungen sind vielleicht ein bisschen kompliziert für diejenigen, die das Buch noch nicht gelesen haben.
00:49:54: aber ja so ist es.
00:49:57: Da aber der Erzähler ziemlich viel mit den bürokratischen Prozessen zu tun hat, schon bevor er Marie und den Arzt kennen lernt.
00:50:04: Hilft er denen auch sehr?
00:50:06: Und hat mittlerweile persönliche Beziehungen aufgebaut zu den verschiedenen Konsulaten oder Konsulen.
00:50:13: Die sind ihm ganz wohl gesonnen.
00:50:14: Sie finden ihn irgendwie lustig... ...und verstehen sich auch mit ihm weil er so unaufgeregt ist.
00:50:19: Weil er der einzige wahrscheinlich entspannte Geflüchtete ist, der ja eigentlich nicht weg will und deswegen wahrscheinlich umgänglicher ist als er.
00:50:26: anderen.
00:50:27: Zumindest entsteht so ein bisschen der Eindruck, wenn man das so liest wie gut er sich mit denen versteht weil er ihnen auch in seiner Freizeit öfter begegnet und so.
00:50:35: Und diese Zuneigung die er für Marie empfindet motiviert ihn auch ihr bei diesen bürokratischen Protesten zu helfen und es kommt dann eben auch zu einer Art liebevoll freundschaftlichen Begegnung beziehungen zwischen den beiden.
00:50:51: aber man merkt dass sie in ihrem Herzen trotzdem an ihrem Mann hängt und zwar eben so sehr, dass diese ehrliche treue tolle Arzt noch der Erzähler ihn ersetzen können.
00:51:03: Und ich finde es beschreibt Marie eigentlich am besten.
00:51:05: sie ist ja treu aber auch ein bisschen strategisch schlau, dass sie schaut.
00:51:12: okay da kann ich mit dem Arzt mitfliehen.
00:51:14: vielleicht finde ich dort dann meinen Mann.
00:51:16: ah ok ich schau mal das ich mich mit diesem Erzählern gut stelle Dann hilft der mir bei meinen brokratischen Prozessen und ich komme meinem Mann näher.
00:51:25: Also es gibt schon auch so dieses strategische Schlaue in ihr, also das ist nicht nur die verträumte Frau, die nix in der Birne hat, so ein bisschen wie der Erzähler sie gerne sieht, sondern sie ist eben auch knallhart in dem, wie sie ihre Entscheidung
00:51:41: trifft.".
00:51:45: Ja was einmal mehr zeigt dass dieser Roman auch eine tragische Liebesgeschichte hat?
00:51:50: Und eine Liebes-Geschichte man diese Geschichte als solche lesen kann.
00:51:56: Jetzt kommen wir natürlich zu einem Punkt... meine Ansicht nach, was den Kern dieses Romans ausmacht.
00:52:03: Und man verzeihe mir dass ich so ein unzulängliches und ein böses Wort an dieser Stelle benutze nämlich diesem dialektischen Kern diesen Romanz zwischen Identität und Nicht-Identität.
00:52:16: Was damit schlichtweg gemeint ist diese shakespirische Rollenspiel und diese ständigen Rollenwechsel zwischen Weidel als eine Identität und das Erzählas, von dem wir nicht wissen wer genau ist.
00:52:31: Und diese ganzen Verwirrspiele die so stattfinden, die man ja durchaus im gesamten Uwe der Shakespeare-Komödien kennt.
00:52:40: also es gibt keine Shakespeare Komödie die nicht mit diesen Rollenwechselrollen tauschen Rollenspielen zu tun hat.
00:52:50: Das macht Anna Segers hier wirklich sozusagen zur Struktur ihrer eigenen Geschichte, ihres eigenen Textes.
00:52:57: Also es wird quasi der Salz dieses Dramas.
00:53:02: ja und ich finde das wird besonders in den Szenen den Botschaften mit den Konsulen deutlich also quasi als Repräsentant von Staat und Bürokratie.
00:53:14: Der Erzähler nimmt dir auch regelrechte Identität von einem anderen in Folge einer Verwechslung im mexikanischen Konsul an.
00:53:21: Also quasi der Konsul behandelt ihn erstmal so und dann merkt er, okay das könnte ich eigentlich auch so machen, es könnte eine Strategie für mich werden um zu überleben.
00:53:30: Und gleichzeitig ist der bürgerliche Name von Weidel wie du schon sagtest Gönz Hele, Seidler.
00:53:36: also auch er hat einen Kunstnamen mit dem Pseudonym Weidel, aber in Wahrheit heißt er Seidler.
00:53:43: Andererseits will ihn also den Erzähler der amerikanische Konsul auf seine angenommenen Identität festnageln und als Kommunist überführen.
00:53:52: Dafür möchte ich eine ganz kurze Stelle lesen.
00:53:56: Der Kontext ist das der Erzähler zum amerikanischen Konsul muss weil aus zwischenstaatlichen Regelungen eher für die Durchreise nach Mexiko sozusagen die Genehmigung des amerikanischen Konsulsbraus, denn Mexico liegt bekannterweise Nordamerika und die US-Amerikaner sind wie heutzutage wieder sichtbar ziemlich darauf gepolt ihre Regionen zu dominieren.
00:54:29: Und dort macht der amerikanische Konsul den Erzähler auf ein Text von Weidel Aufmerksam, von dem er ja denkt dass er gerade vor ihm sitzt.
00:54:40: und da heißt es wie folgt Sie haben gewisse Freunde in den Kreisen der ehemaligen Regierung.
00:54:47: Der ehemmalige spanischen Republik die heute mit gewissen Kreisen des mexikanischen Regierungen verbunden sind.
00:54:54: das sagt amerikanische Konsul dem Erzähler.
00:54:57: dann heißt es weiter Ich dachte an meinen armen Toten in hast bestattet an seine klegliche Hinterlassenschaft.
00:55:04: ich rief In einer Regierung freunde Gewiss nicht.
00:55:09: Der Konsul fuhr fort, sie haben der ehemaligen Republik gewisse Dienste erwiesen für ihre Presse gearbeitet – die Rede ist übrigens von der spanischen Republik?
00:55:19: Ich dachte an das Bündelchen Papiere auf dem Boden des Handkoffers, an jenes vertragte Märchen dass mich wie lang war das alles her an einem traurigen Abend benommen hatte.
00:55:30: ich rief ich habe nie dergleichen geschrieben.
00:55:33: Daraufhin der Konsul, verzeihen Sie wenn ich auch hier wieder Ihrem Gedächtnis nachhelfe.
00:55:38: Da gibt es zum Beispiel aus Ihrer Feder eine gewisse in zahlreiche Sprachen übersetzte Darstellung von den Erschießungen in Badahos.
00:55:46: und dann sagt er Erzähler von was Herr Konsul?
00:55:50: Und der Erzählers und der Konsult sagt Von den Massenerchießungen von Roten in der Arena von Badahoss.
00:55:56: ja also net ist quasi ne politische Stelle und eine Haltung in einem literarischen Text, der quasi dem imitierenden diesen Doppelgänger, den Erzähler vorgeworfen wird.
00:56:08: Damit der Konsul Gründe hat ihm diese Genehmigung zu verweigern.
00:56:14: Also Günzelyt beschreibt Segers anhand solcher Szenen und entlang dieser Kategorie der Identität nicht eigentlich Gewaltverhältnisse und Ohnmacht?
00:56:27: Ja!
00:56:28: Ich finde es auch sehr interessant, auch danke fürs Vorlesen dieser Stelle.
00:56:33: Ich find's sehr interessant dass der Dichter seine Identität auch hinter einem Pseudonym versteckt und das noch mal mehr Verwirrungen im Konsulat führt.
00:56:45: aber ich finde auch, dass es hier eindeutig mehr als nur um Identitäten geht.
00:56:52: eigentlich ist es ja den Konsulen egal was wir ja auch merken Solange wer eigentlich vor ihnen sitzt und wer diese Person wirklich ist, solange die Geschichte plausibel ist.
00:57:05: Und ich finde das merkt man ja auch an der zuvor geschehenen Verwechslung wo sie ihm hier einfach fast die Identität von Weidel aufzwängen weil sie es halt plausibel finden dass er jetzt dieses Manuskript dabei hat also muss er ja auch der Auto dieses Manu Skriptes sein.
00:57:21: heikel wenn die geschichte und das plausibilität der geschichte meine ich auch so etwas des politischer dahinter.
00:57:29: und zwar wird es dann wichtig, wenn es um gesinnung geht.
00:57:32: Und auch die gründe der nazistischen verfolgen da werden sie denn auf einmal doch hellhörig diese sonst eigentlich wenig interessierten konsulkonsulen.
00:57:44: und ja es ist sehr spannend weil Man könnte ja eigentlich der amerikanischen Selbsterzählung Glauben schenken, weil sie ja sagen wir haben alle aufgenommen auch damals die eben Schutz bedürftig waren.
00:58:00: Die eben verfolgt wurden von den Nazis.
00:58:03: Aber offenkundig ist das ja nicht der Fall gewesen.
00:58:07: Auch wenn man wegen seiner Identität verfolgt wurde, entschieden sie trotzdem für oder gegen seine politische Gesinnung und auch nach Nützlichkeit.
00:58:15: Das ist auch das was Anna Seegers hier beschreibt.
00:58:17: Also eine Rota kommt uns halt doch nicht rein Und da stimmt eben diese amerikanische Selbsterzählung auch nicht.
00:58:25: Und ich finde dass es auch so ein bisschen die ganze Crooks an der Identitätspolitik die momentan ja auch wieder in aller Munde ist, jetzt seit einigen Jahren schon.
00:58:35: Und ich will da so ein bisschen auch das ein bisschen übertragen auf die Verhältnisse hier in der BRD.
00:58:40: klar sind wir als Türken von Rassismus betroffen wenn wir in Deutschland sind aber Zusammenhänge sind schon komplizierter.
00:58:49: also Der Rassismus entsteht ja nicht aus dem Nichts, sondern entwickelte sich im Fall der Türken jetzt in der Form der Gastarbeiterchaft und der Menschen als Arbeitskräfte für sie eingerichteten Niedriglohnsektor ausgebeutet und geknichtet wurden.
00:59:04: Die Deutschen standen über den Türken – in der Fabrik, in der Gesellschaft, als besitzende Klasse usw.. Die imaginierte deutsche Erhabenheit, also das rassistische Ressentiment, dass sie gegen die Türken haben hat eine politisch ökonomische Ursache.
00:59:21: Und diese geht natürlich auch historisch noch viel weiter zurück.
00:59:25: Als Halbkolonie war die Türkei in großer wirtschaftliche Abhängigkeit zu Europa und dass dieses Anwerbeabkommen aus dem dann die Gastarbeiterschaft hervorgegangen ist, ist Ausdruck- und Ergebnis dieser Abhängigkeiten.
00:59:38: Türkisch sein in Deutschland ist also nicht nur eine Identität, sondern eine politische ökonomische Realität und ein politisches Ökonomisches Verhältnis das eingebettet ist in die kapitalistische Produktion und seine Eigentumsverhältnisse.
00:59:52: Die auch durch Arbeitsmigration und Kolonialismus entstanden sind und auf diese Weise aufrechterhalten werden.
01:00:00: Und das ist so ein bisschen, finde ich diese Übertragung, die viele Leute nicht machen.
01:00:05: Dass sie eben sagen ja, die Identität ist das was sozusagen zur Verfolgung führt oder es was uns charakterisiert und auch als dass wir uns selber identifizieren.
01:00:14: Das steckt ihr schon in dem Wort Identität mit drin.
01:00:16: Das ist auch eine Selbstbezogenheit Ausdrück.
01:00:19: aber zwischen dieser selbst Bezogenheit und den gesellschaftlichen Verhältnissen gibt es eben eine Vermittlungsebene.
01:00:25: Diese Vermittlungsebene ist die politisch-ökonomische Vermittlungsebene des Marxismus der uns hilft, diese Vermittlungsebene zu erkennen und uns nicht nur als Opfer zu fühlen und als von Rassismus betroffenen zu identifizieren.
01:00:38: Und dann identitätspolitische Maßnahmen wie Repräsentation und Ähnliches dagegen vorzunehmen oder einzufordern Sondern es hilft uns eben die Ursachen auch zu verstehen Die Ursachen zwischen Unterdrückungen Ausbeutung.
01:00:52: und du hast mich gefragt ist es ein Identität-Ausdruck von Gewaltverhältnis und Ohnmacht?
01:00:58: Ja!
01:00:59: Einerseits und nein andererseits.
01:01:01: Ich finde, also gerade mit Blick auf dein historisches Beispiel im Kontext dieses Romans, finde ich, zeigt der Erzähler ja wie er auch Repräsentationen und Identitätspolitiken unterwandert eben mit dieser Vermittlungsklugheit die jetzt in seinem Interesse quasi ausspielt?
01:01:27: Staatspolitischer aus staatsstruktureller Sicht auch zeigt, wie Identität eine Herrschaftskategorie der Bürokratie ist.
01:01:36: Mit all dieser Plattheit muss man tatsächlich sagen auf die du ja kurz hingewiesen hast um Kontrolle über das Leben auszuüben und um Körper einer Hierarchie der politischen Gewalt zu unterwerfen.
01:01:49: Wie du zum Beispiel gerade sagt es mit den türkischen Gastarbeiterinnen im Vergleich zur deutschen Lohnabhängigen.
01:01:56: Der Erzähler durchkreuzt diese Logik, indem er mit shakespirischer Schlagfertigkeit auch sich zum Antifaschisten entwickelt.
01:02:07: Auf das wir noch zu sprechen kommen.
01:02:13: Es gibt ja schließlich dieser Erzählern ... Der hat einen gewissen Ausblick.
01:02:22: Er verharrt ja nicht in diesen Widersprüchen, sondern es geht tatsächlich auch irgendwie weiter.
01:02:28: Und im letzten Teil des Romans, dazu möchte ich eine Stelle lesen um dem auf den Grund zu gehen, sagt der Folgendes.
01:02:39: Da heißt das... Der Mond Vertu hatte sich dicht gefüllt, in vielen Sprachen schlug sein Geschwätz an mein Ohr.
01:02:46: Von Schiffen die nie mehr abgehen würden von angekommenen gescheiterten und gekaperten Schiffens.
01:02:52: Von Menschen die in die Dienste der Engländer gehen wollten.
01:02:55: Und in die dienste de Goals!
01:02:57: Von Menschen, die wieder ins Lager zurück mussten.
01:03:00: Vielleicht auf Jahre?
01:03:01: Von Müttern, die ihre Kinder im Krieg verloren hatten von Männern... ...die Abfuhren und ihre Frauen zurückließen.
01:03:07: uraltes frisches Hafengeschwetz für Nizisches und Griechisches, Kretisches und Jüdisches, Etruskisches und Römisches.
01:03:16: Ich habe damals zum ersten Mal alles ernst bedacht Vergangenheit und Zukunft einander gleiche und ebenbürtig an Undurchsichtigkeit und auch an den Zustand, den man auf Konsulaten transit nennt und in der gewöhnlichen Sprache Gegenwart – und das Ergebnis?
01:03:34: Nur eine Ahnung!
01:03:36: wenn diese Ahnung verdient, ein Ergebnis genannt zu werden.
01:03:39: Nämlich von meiner eigenen Unversehrtheit.
01:03:43: Das ist ja quasi immer ein sehr zentrales Wort in Segaswerken, wenn man zum Beispiel an die Gefährten denkt im Kontext der ungarischen Revelation, also Bella Kuhn und so oder im Kontex des siebten Kreuzen.
01:03:55: Mit dieser Unversehtheit endet tatsächlich auch das siebte Kreuz ausdrücklich!
01:04:01: Und dann heißt es zwei Seiten weiter.
01:04:02: Ganz kurz, die Nazis werden mich keinesfalls mehr als ihren Landsmann erkennen.
01:04:08: ich will jetzt Gutes und Böses hier mit meinem Leuten teilen.
01:04:12: meinen leuten teilen Zuflucht und Verfolgung.
01:04:15: Ich werde sobald es zum Widerstand kommt mit Marcel eine Knarre nehmen.
01:04:21: Ja also ist ja irre wenn man diese seiten vergleicht gönseli mit den ersten seiten denn hat man so fast schon das Gefühl, es sind zwei unterschiedliche Figuren hier.
01:04:31: Nein ist es die eine und selbe Figur, die diese Entwicklung durchgemacht hat auch in gewisser Weise durch den Anstoß eines Künstlers einer Künstlerpersönlichkeit.
01:04:41: auch interessanter Twist.
01:04:43: aber diese Erzählung lebt ja quasi von diesem Bemühen zu fliehen und dann flieht die Erzähler ja doch nicht obwohl er könnte.
01:04:53: ich weiß dass es ein bisschen Der Elefant im Raum?
01:04:59: Aber Ginzelle, was denkst du?
01:05:01: Was ist seine Motivation nicht zu fliehen und zu bleiben.
01:05:06: Also ich glaube er entwickelt sich einfach in seiner... Ich finde es auch sehr konsequent muss ich sagen man ist müde vom Fliehen Man will endlich ankommen Dann hat man die Möglichkeit zu fliegen und woanders anzukommen.
01:05:20: Er denkt sich halt warum soll ich nicht hier ankommen können?
01:05:22: Und es ist auch ein neues Selbstbewusstsein finde ich annimmt und auch so diese Familie, die ihn dort umgibt.
01:05:30: Auch dieser Neffe spielt da eine sehr große Rolle der ja sehr traurig ist darüber dass er Arzt gehen will.
01:05:36: dann erfährt er auch das Erzähler gehen will.
01:05:38: er ist ja untröstlich.
01:05:40: also wir hören immer wieder oder wir lesen immer wieder davon viel Wein, dass er sehr mitgenommen ist von diesen Informationen.
01:05:48: Die auch auf den jungen Menschen einpressen.
01:05:50: und ich glaube auch dieser Kontakt zu diesem einheimischen Verwandten ist ein Moment.
01:05:54: natürlich auch die Verliebtheit, die Leidenschaft, diese neue Lebenssinn ist ein anderer Grund das er sich wieder lebendig fühlt und auch wieder für etwas einzustehen möchte, was sein möchte wie der sich selber sozusagen findet darin eben auch in dieser Rebellion nicht zu fliehen und so weiter.
01:06:18: Und er ist auch sehr, finde ich, stellenweise angeeckelt von diesem Drang gehen zu wollen oder das hinter sich lassen zu wollen.
01:06:25: Es schwankt ja immer zwischen Fliehen bleiben genauso wie Marie dann auch schwankend.
01:06:31: Er schwank natürlich auch wegen ihr aber er schwanket auch weil er merkt dass er eigentlich gar nicht weiß was er will.
01:06:37: Und ich glaube, Darkheater dann auch zurück zu dem selbst, zu diesem Willen.
01:06:41: Dann ist diese Entscheidung sehr konsequent wenn wir uns die Entwicklung ansehen und seine Motive anschauen.
01:06:49: Diese Motive sind natürlich dass der Krieg endlich ein Ende hat und der Krieggarten eine Ende, wenn man sich gegen die Verschisten wehrt.
01:06:57: Also ich finde ja gerade bei Segas Werken das siebte Kreuz – jetzt bei Transit nochmal ganz besonders ...sehe ich bei solchen Figuren, woher diese doch massenhafte und selten gesehene, selten besprochene meist auf Personen zentrierte.
01:07:18: Und das ist tatsächlich nur eine Handvoll die dann immer wieder staatsresormäßig herunter gerattert wird.
01:07:23: Woher?
01:07:23: Und aus welchem Schlag Mensch der antifaschistische Widerstand zwischen dreiunddreißig bis fünfvierzig... im Kontinent in Deutschland auch stattgefunden hat.
01:07:33: Ich möchte erinnern an zum Beispiel die rote Kapelle, an den kommunistischen Widerstand und auch an den Widerstand von Sozialdemokraten und Gewerkschaftern.
01:07:42: Dieser Widerstein wird letztendlich selten in der Erinnerungspolitik gewürdigt.
01:07:49: Ich will die Namen nicht aufzählen und runterrattern, die immer wieder angeführt werden um den Widerstand zu personalisieren.
01:07:56: aber es gab halt einen.
01:07:58: und bei Segas habe ich immer so das Gefühl ah okay diese Leute waren dass dieser Schlag Mensch war ist der dann aus manchmal sehr unbestimmten sehr unscharfen Gründen sagte nee ich muss mein Land ich darf das den Faschisten nicht überlassen Ja, da geht es... also mir geht's zumindest so.
01:08:17: Das fährt richtig durch die Haut und ja, schafft eine gewisse Ehrfurcht ein Respekt aber auch eine Form von Erkenntnis, die mit dieses neue Selbstbewusstsein auch an den Leser, an die Leserin weitergibt in Form eines Erbes.
01:08:37: Günseli zum Schluss ... meines Podcasts, wir hatten das im Vorgespräch, komme ich immer gerne auf Stil, Sprache und Ästhetik zu sprechen.
01:08:47: Und das möchte ich hier nicht missen weil der Text ist wirklich von ganz besonderer Qualität.
01:08:53: Der hat ja auch einen sehr eigenartigen Sound also... Wir haben heute viel von Spannung und Dramatik gesprochen aber genauso viele haben wir von Langeweile und Alltag gesprochen!
01:09:01: Also es ist schon irre das irgendwie so zusammenzupacken Und auch die Sprache unterscheidet sich ja tendenziell von anderen Werken Seegast.
01:09:09: Das haben wir auch immer wieder angeführt, direkt mal an dich.
01:09:14: also wie hast du den Text und die Sprach wahrgenommen?
01:09:18: Wie würdest du das beschreiben?
01:09:19: Wie fandest du das?
01:09:21: Fandest du es spannend?
01:09:22: Fandelst du das auch langweilig?
01:09:24: Also wie war das bei dir?
01:09:28: Also am Anfang war ich sehr irritiert über die Erzählform dass der Erzähler uns direkt anspricht, auch an unpassenden Stellen wie ich fand.
01:09:36: Dass er gelangweilt ist und seine Geschichte mehrmals abbricht, obwohl es mich als Leserin schon interessiert hatte, wie's weitergingen.
01:09:44: Also das fand ich sehr unüblich.
01:09:46: Und auch so gab es Passagen über die Leute drüber steigt, wie er das Elend beschreibt, wie abgebrütet er ist... Das irritiert alles total am Anfang!
01:09:58: Und es ändert sich wirklich, die Erzählform ändert sie erst dann richtig.
01:10:02: Als er in Marseille ankommt und eben diese Frau trifft und die Leidenschaft wiederentdeckt.
01:10:08: Dann wird aber auch alles so komisch träge also Es wird dann viel gewartet.
01:10:14: Also diese Turbulenz, die es am Anfang hatte dieses Hin- und Her mit uns ansprechen Die Beobachtungen teilen, dann sich selber unterbrechen und all dieses Turbulente endet dann auch Sehr langweilig, also auch sprachlich.
01:10:27: Wir sind immer an den gleichen Orten mit dem gleichen Menschen, dem gleichen Essen, dem gleichen Elend, den gleichen Geflüchteten vor den Konsulaten.
01:10:36: Es passiert sehr wenig.
01:10:37: man kommt beim Lesen Auch selbst in so einen Wartezustand was ich sehr interessant fand Weil man ja auch darauf wartet dass etwas passiert als Leserin Und wir sind also sehr nah am erleben des Erzählers.
01:10:49: Wir sitzen mit ihm im Café und langweilen uns, ich bin auch mehrmals tatsächlich beim Lesen eingeschlafen weil das Warten einen als Leser zermürbt.
01:11:00: Also man ist die ganze Zeit müde vom Warten und ja deswegen auch mal eingeschlafend.
01:11:07: und auch dass wir so wenig über den Erzähler wissen ist gleichzeitig interessant Und spannend, aber auch sehr langweilig.
01:11:16: Weil wir schon so ein bisschen dieses generische sehr stark wahrnehmen und auch so ein bißchen sind ja was ist denn jetzt der ganze Punkt Essen?
01:11:24: immer wieder zumindest, nicht durchgehend aber schon an einigen Stellen.
01:11:29: Und klar ist es super beeindruckend geschrieben.
01:11:32: ich konnte mich auch sehr gut vorstellen also den Hafen wie er beschrieben ist.
01:11:35: ich konnte mir Marcel sehr gut vorstellen ich konnte mit die Stimmung sehr gut Vorstellen selbst diese kleinen Elemente die Segers zulässt um uns wirklich mitzunehmen wie das Wetter, der Wind.
01:11:46: Der Regen... Die Wärme des Cafés.
01:11:49: Also all diese Dinge waren schon sehr anschaulich und auch wir waren sehr nahe.
01:11:52: also wie gesagt ich hatte das Gefühl teilweise mit dem Erzähler in diesem Kaffee zu sitzen und zu warten und vielleicht doch mich mit ihm zu langweilen.
01:11:59: Ja es wird einem durch die Sprache auch dass da sein als Flüchtling dann vermittelt und nahe gebracht eben in diesem Warten, was du beschrieben hast nun ja ist es dir so.
01:12:12: Dieser Roman ist ja eines der zentralen Repräsentanten, wenn man so möchte, antifaschistischer Literatur zwischen dreiunddreißig und fünfundvierzig.
01:12:22: Und ich denke an dieser Stelle ist es vielleicht doch geboten einiges zur antifascistischen Literatur und ihrer Merkmale zu sagen.
01:12:31: Also antifasystische Literatur ist ja zunächst erst einmal Literatur die sich gegen Faschismus gegen Rassismus und jede Form von Unterdrückung in diesen Zuständen richtet.
01:12:44: Sie entstand, besonders in den neunzelner, dreißiger und vierziger Jahren wurde aber auch nach dem Zweiten Weltkrieg weitergeschrieben.
01:12:52: Und Ziel ist es diese Ursachen und Folgen des Faschismus aufzuzeigen und für Freiheit Menschen würde Humanismus einzutreten.
01:13:02: Gerade transit gehört er tatsächlich in den Bereich dessen die Folgen des Faschismus im Alltag in dieser ganz bestimmten Gruppe von Flüchtlingen darzustellen.
01:13:14: Und Merkmale antifaschistischer Literatur sind nun ja, der Name sagt es ja selbst eine Kritik am Fascismus zu formulieren.
01:13:24: weiter ist auch ein gemeinsames Merkmal, Verfolgung und Leid darzustellen.
01:13:30: Aber auch eine gewisse Form von Solidarität, die unterm Radar funktioniert.
01:13:34: Heute haben wir sehr viel gesprochen über die Solidaritäts- von humanistischen, linken kommunistischen Schriftstellerinnen, die einen Netz der Solidaritäten entwickelt haben das ja unsichtbar ist.
01:13:47: aber gerade deshalb funktioniert also inkludierterweise.
01:13:51: es werden entsprechend auf Schicksale von politischen Gegnern, Widerstandskämpfern, Flüchtlingen, Jüdinnen zum Haupterzählstoff gemacht.
01:14:04: Themen wie Flucht, Exil aber auch Konzentrationslage und Entrechtung oder was du heute ganz stark gemacht hast Auch eine Entmenschlichung werden thematisiert.
01:14:15: Drittens das will ich auch hervorheben Gibt es auch eine sehr starke Präsenz von humanistischen Werten?
01:14:23: Was Humanismus an dieser Stelle bedeutet, darüber müsste man natürlich noch mal diskutieren.
01:14:27: Es gibt diesen klassischen bürgerlichen Humanismus der durchaus auch seine Berechtigung hat aber auch seine Zweideutigkeiten gerade im Kontext des Liberalismus, der ziemlich skrupellos... beispielsweise im internationalen Sklavenhandel legitimiert hat ohne Ende, aber das ist eine andere Frage an der Stelle.
01:14:50: Aber auch den proletarischen Humanismus... Das vielleicht mal bei einer anderen Folge.
01:14:55: Aber diese Betonung von Menschenwürde, Freiheit und Gerechtigkeit, Malabstrakter, Malkonkreter sind immer sehr zentral als ein Gegenentwurf zum Faschismus.
01:15:05: Also es ist nicht Empathielosigkeit am Werk sondern vor allen Dingen eher die Organisierung und die Verbreiterung von Empathie, die diese Werke auszeichnet.
01:15:16: Ein weiteres Beispiel ist Widerstand ja?
01:15:18: Wider Stand im Kleinen wie im Großen Tauchen in solcher Literatur immer wieder auf und die Bewahrung von Menschlichkeit.
01:15:26: Fünftens möchte ich auch noch hervorheben, dass die Literatur und ihre Vertreterinnen eine politische Verantwortung haben um die sie... nicht herumgehen, denen sie sich bewusst sind.
01:15:38: Also die sagen nicht Kunst muss Kunst bleiben, die sagen Nicht-Kunst muss der Politik den Rücken zuwenden im Gegenteil.
01:15:46: Die sagen Kunst ist vielleicht die politische Form dem Menschen vor Gewalt zu schützen und sich um den Menschen auch zu sorgen wie es Peter Haxmal sagte.
01:15:56: also Das ist auch immer interessant gerade im Kontext der Diskussion rund um engagierter Literatur oder engagierten Literaten.
01:16:04: Was bedeutet politische Verantwortung für die eigene, fürs eigene Schreiben und fürs eigene Kunst machen?
01:16:10: Und zu guter Letzt das ist natürlich immer wieder ein widerkehrendes Merkmal auch der bisherigen Titel in dieser Podcast bespreche.
01:16:19: Nämlich eine realistische Darstellung, ja?
01:16:21: Die realistischen Darstellung ist sehr zentral du hast das hier schon angesprochen mit den Surrealisten.
01:16:26: auch über die könnte man sprechen.
01:16:27: auch die haben ihre Stärken.
01:16:28: aber anders als die Surrealistin geht es hier vor allen Dingen um realistisch darstellungen beispielsweise dass Geschichten in historischen Kontexten eingebettet werden, dass reale Erfahrungen verarbeitet werden.
01:16:42: Viele Werke, auch dieses zum Beispiel Berunia auf persönlichen Erlebnissen und werden halt entsprechend imaginiert oder literarisch verklärt um eben diese Universalität zu erzeugen über die wir heute auch gesprochen haben.
01:16:55: Ja und an diejenigen die mehr von so einer Literatur sich vertiefen möchten auch einige wichtige Vertreterinnen genannt also Anna Seegers klar Transit unter siebte Kreuz Da kommt man nicht drum herum.
01:17:08: Ferner gehört auch von Berthold Brecht das Stück Furcht und Elend des Dritten Reiches oder der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui in die antifaschistische Literatur, auch gehört dazu Thomas Mann mit seinem Roman Dr.
01:17:22: Faustus – und wer es vielleicht etwas essayistischer und politischer mag, sollte sich unbedingt mal die Rundfunk ansprachen.
01:17:31: deutsche Hörer mal reinziehen von Thomas Mann, irre was der an antifaschistischem Gedankengutort verbreitet.
01:17:39: Weiteres Beispiel und Vertreter ist Leon Feuchtwanger mit seinem Romanen.
01:17:46: wie alle Romane sind seine Romane immer sehr lang die Geschwister Oppenheim, der verhandelt oft auch das jüdische Leben im Kontext von Faschismus.
01:17:54: Dann, was mich sehr immer bewegt hat und was für mich in meinem eigenen Schreiben auch eine sehr bestimmte wichtige Rolle einnimmt.
01:18:02: Stefan Zweig die Welt von gestern ist ein autobiografischer Roman also wirklich herzerreißend.
01:18:08: gut naja und zuletzt aber nicht abschließend erich maria remarck mit arktetriumf ja aber was macht segas in diesem kontext so besonders?
01:18:18: Gerade die Verbindung aus historischem Realismus, Humanismus und politischer Haltung macht Segas Werk zu einem, meiner Ansicht nach Schlüsselbeispiel antifaschistische Literatur.
01:18:28: Hier wird das Schreiben regelrecht Teil des Widerstands.
01:18:34: Günseli!
01:18:36: Die Schlussfrage und die Schlussantwort gehört natürlich meinen Gästen... Die Aktualität des Romans wird ja heute auch vielfach betont und ich glaube, das kann man sich auch gut übersetzen anhand dem was wir heute an Beiträgen gemacht haben.
01:18:51: Das gilt fürs Theater im Film in Diskussions- und Thema Flucht und Krieg weil es halt viele auch sozialistische und kommunistische marxistische Künstlerinnen beschäftigt.
01:19:05: Möchte ich dich fragen, inwiefern ist der Roman aus deiner Sicht aktuell für eine proletarische Gegenkultur und auch einer Literatur von unten?
01:19:16: Ja, danke für deine Ausführungen!
01:19:18: Ich finde vor allem am Beispiel Anasegas lässt sich illustrieren wie antifaschistische Romane sein können, wie sie aufgebaut seien können, kann man hier ganz gut illustrieren.
01:19:34: daran, dass die alltäglichen Sorgen... Also ich habe mir jetzt ein paar Eigenschaften rausgepickt, die du erwähnt hast von den, ich glaube, sechs Eigenschaftens, die Du genannt hast.
01:19:45: beispielsweise diese alltäglichen Fragen, also diese Lebensrealität dargestellt wird.
01:19:52: und auch das Elend-und der Mangel im Alltag des Krieges wird sehr gut dargestellt finde ich.
01:19:58: Und macht einen wirklich passungslos.
01:20:05: oder gibt es auch einige längere Passagen, wo es zum Beispiel um die Lebensmittelknappheit geht während der Kriegstage und werden sehr eindrücklich die langen Schlangen von den Geschäften beschrieben.
01:20:19: um eine Dosisadine zu bekommen.
01:20:21: Die Essensmarken für die Geflüchteten, mit denen man sich aber nur eine Mahlzeit pro Tag leisten kann und all diese... Auch dieser Mangel an Lebensbedarf, auch diese anderen Armutserscheinungen und Veränderungs- erscheinung des Krieges werden sehr viel beschrieben.
01:20:37: Aber nicht als ein Hungern sondern als ein Mangel, mit dem sich alle arrangieren müssten.
01:20:42: Eben als normale alltägliche Verelendung.
01:20:44: und das ist schon noch mal was anderes.
01:20:47: Und über all diese Erscheinungen und Nebenerscheinungen des Krieges wird finde ich derzeit in Zeiten von Wachsamliterisierung nach Indern oder nach Außen herzlich wenig gesprochen.
01:20:56: Es wird ja immer wieder von Verteidigung und anderen beschönigenden Begriffen gesprochen, oder auch von einer Art Abschreckungen oder so etwas.
01:21:09: Aber was dieser Roman sehr gut kann und was auch antifaschistische Literatur aus dieser Zeit sehr gut kannt, ist wirklich die Realität des Krieges nochmal den Leuten vor Augen zu führen.
01:21:19: Krieg bedeutet Zerstörung, Zusammenbruch von Industrien, Krieg bedeutete Flucht, Armut und eben auch Verelendung.
01:21:28: Und all das zeigt dieses Buch nebenbei und zwar nicht voyeuristisch aber eben auch nicht teilnahmslos.
01:21:35: Es ist nicht rein dokumentarisch, sondern der Erzähler erlebt das selbst und wir erleben es durch den Erzählern.
01:21:43: Und deswegen ist Roman auch noch mal besonders so auszustellen weil er nicht in eben diese ganzen Verteidigungslügen der Kriegsmaschinerie der BRD einstimmt wie es jetzt der Fall ist.
01:21:54: im Gegenteil erinnert uns daran wie Krieg wirklich war und wieder sein kann wie absurd, wie sinnlos und menschenverachtend auch diese Militarisierung ist die gerade stattfindet.
01:22:06: Und abschließend wollte ich noch erwähnen dass es der Krieg uns auch momentan sehr nahe kommt das hier in Berlin-Wedding jetzt eine alte Autofabrik von Rheinmetall in einer Waffenfabrik umgebaut werden soll und Militarisierung manchmal ja so abstrakt klingt für unsere Hörer vielleicht aber das ist eben nicht an uns heran.
01:22:28: Es ist in unserem Kiez, es ist in unserer Hauptstadt und es sind nicht nur hier die Fabriken, die umgebaut werden sondern viele Autoverbriken werden gerade in der ganzen BRD umgebaut zu Waffenfabriken also.
01:22:42: offensichtlich bereitet sich die BRD auf diese Weise aber auch durch das Sondervermögen dass viel besprochen wurde für die Bundeswehr auf einen größeren Kriegeinsatz vor.
01:22:52: Auch die Propaganda wurde hochgefahren, das merkt man auch an jeder Ecke.
01:22:55: Das Bundeswehrwerbung, Zeitungsartikel, die uns eben erzählen wollen, dass es sich nur um Abschreckungen und Verteidigung handelt usw.
01:23:04: Berichte, dass Kriege durch Drohnen gar nicht mehr so schlimm sein weil sie automatisiert und weniger menschlich seien.
01:23:09: all das prasselt auf uns ein.
01:23:11: gerade Und genau in diesen Zeiten sollte man sich doch noch mal erinnern mit Segas wie ist es?
01:23:17: Auf der Flucht vor den Waffen-Einsatz zu fliehen und sich auch fragen, wem diese Kriege nützen.
01:23:27: Und wer eigentlich darunter leidet?
01:23:29: Nämlich wir alle!
01:23:30: Günzelein vielen lieben Dank für diese Schlussworte, für deine Gedanken und die Zeit.
01:23:35: Danke!
01:23:40: Hi Leute dieses Projekt lebt von eurer Unterstützung und eurer Solidarität.
01:23:45: wenn euch die Folge gefallen hat like diesen Beitrag kommentiert ihn Teilt ihn und folgt diesem Podcast auf den euch bekannten sozialen Medien.
01:23:55: Wenn ihr etwas Geld übrig habt, dann spendet für dieses Projekt Infos.
01:23:59: wie ihr das tun könnt findet ihr im Beschreibungstext denn dieses Projekt wird ausschließlich mit eigenen Mitteln beschritten.
01:24:07: Wir hören voneinander wenn es wieder heißt klasse Literatur der podcast mit Klassenperspektive.
Neuer Kommentar