Ep. 16 „Jugend ohne Gott“ von Ödön von Horváth
Wie schreibt man über Kleinbürger und Mitläufer? Der Roman „Jugend ohne Gott" (1937) von Ödön von Horváth ist stark von der politischen Situation des deutschen Faschismus geprägt. Er handelt von einem Geschichtslehrer, der vom Alltag in der Schule und der Gewaltbereitschaft der Schüler berichtet. Dabei rückt Horváth, wie in all seinen Werken, die Kleinbürger als schwankende Schicht zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse in den Vordergrund. Dadurch analysiert er Haltung, Moral und Psychologie des Kleinbürgers als entscheidende soziale Basis für den Faschismus.
In dieser Folge spreche ich mit der Autorin und Dramaturgin Hayat Erdoğan über die literarische Darstellung einer Schicht,...