Ep. 3 „I Furiosi / Die Wütenden“ von Nanni Balestrini
Shownotes
Wie viel Wut braucht Klassenliteratur? Der Roman „I Furiosi / Die Wütenden" (1994) des italienischen Schriftstellers Nanni Balestrini spielt im Milieu der organisierten Fußballfans -- der Ultras -- rund um den Verein AC Milan. Balestrini (1935--2019) hat sich in seinem Schreiben immer wieder mit politischer Radikalisierung und sozialen Bewegungen in Italien beschäftigt. Dabei hat auch „I Furiosi" einen dokumentarischen Kern. Der Text basiert auf Interviews mit Ultras und verdichtet ihre Stimmen zu einer ungewöhnlichen Literaturform: unversöhnlich und direkt.
In dieser Folge spreche ich mit dem Publizisten und Politikwissenschaftler Raphael Molter über das Schreiben im Zusammenhang mit Fußballfankultur und Klassenkampf. Kann aus Fangesängen Literatur werden? Wer sind die „Wütenden" -- und wie spiegelt sich soziale Gewalt im Schreiben? Welche Rolle spielt die marxistische Strömung des Operaismus für Balestrinis Werk? Und wie weit muss man Literatur formal neu erfinden -- wie es die italienische Neoavantgarde des Gruppo 63 tat --, um eine revolutionäre Ästhetik zu entwickeln? Umgekehrt: Wann wird sprachliche Innovation so radikal, dass sie ihren Realismus verliert?
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